Müll geht uns alle an! - BSR-Kieztag. Clean up. Feiern.
- redaktion849
- 10. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Wir & Müll!
29.05.2026 - Südstern / Fontanepromenade
Kreuzberg und Müll … ein Drama in tausend Akten! Mit immer mal kleinen, guten Höhepunkten, wie gemeinsam den BSR-Kieztag begehen. Mit einem anschließenden clean up “Südstern-Putz” mit Greifzange, Sack und Eimer. Um dann fröhlich in eine “Clean-up-Party” einzustimmen!
Ein gutes, motivierendes Konzept! Dennoch klingt Unmut über unseren Umgang mit Müll - unsere noch wenig verantwortungsbewusste Wegwerfgesellschaft - nach.
Müll scheint uns alle an diesem Tag zu verbinden.

Mit so viel abgegebenen Hausrat, Bergen von Kleidung, Möbeln, Elektroschrott hatte die BSR bei ihrem Kieztag am Südstern nicht gerechnet. Um 13 Uhr sollte Feierabend und alles verschwunden sein, was da am Straßenrand lag. So war es aber nicht. Die BSR musste noch eine zusätzliche Schicht einlegen und ein weiteres Fahrzeug schicken, denn am Samstag zum Wochenmarkt, werden dort die Stände aufgebaut und da durfte nichts liegenbleiben. Danke für das zusätzliche Engagement der BSR!

Kehren - Kaffee - Kontakte knüpfen
Unser "Clean Up" mit anschließendem
Fest am 29. Mai am Südstern ist uns wieder gelungen.
Bei bestem Wetter und viel Sonnenschein, mit vielen Mitgliedern, einigen Nachbarn und nur wenigen Kindern, hatten wir die Müllmenge bald in den BSR-Säcken und damit im Griff. Die Müllmenge war geringer als erwartet und das könnte ein gutes Zeichen sein ...
Das "Feiern" war eine runde Sache - Kaffee, Süsses und Salziges mundeten Allen. Die Musik trug reichlich zur guten Stimmung bei. Bei den Kontakten zu den Nachbarn, den Privaten und den Gewerbetreibenden ist noch viel Luft nach oben aber, wie heisst es in einem berühmten Film - “MORGEN IST AUCH NOCH EIN TAG”.
Sigrid

Am Tag danach kamen mir Zweifel nach dem Sinn unserer Aktion, als ich den von uns in orangenen Säcken gesammelten Müll ausgeleert am Straßenrand verteilt sah. Und sich auf der Deichsel vom Kiezkiosk Berge von Kleidungsstücken befanden.
Ist es wirklich gut gemeint, wenn wir Lebensmittel retten und dann, egal bei welchem Wetter, irgendwo deponieren? Soll sich doch ein Jeder bedienen und der Rest ist eben Abfall und bleibt einfach liegen?
Wie betrachten wir den öffentlichen Raum? Gehört er nicht auch zu uns und ist nicht ebenso schützenswert wie unsere Wohnung, wo wir uns vielleicht die Schuhe ausziehen, damit wir keinen Dreck hinterlassen?
Kollegin Gunilla aus der TOK Gruppe bemerkte meine Unzufriedenheit und fragte mich, was ich mir wünschen würde.
Mehr Dialog auf der Straße!
zwischen Wochenmarkt-Besuchern, die dort Blumen kaufen und ihren Sekt trinken. Sozial Engagierten, Obdachlosen, Drogenabhängigen, Alkoholikern, alten und jungen Menschen.

Christian
“Wie betrachten wir den öffentlichen Raum? Gehört er nicht auch zu uns und ist nicht ebenso schützenswert wie unsere Wohnung, wo wir uns vielleicht die Schuhe ausziehen, damit wir keinen Dreck hinterlassen?” - - Christian
Mehr Stimmen & Danke
“… es war ein schöner Nachmittag mit entspannter Stimmung.
Beim eigenen clean up mit Zange dachte ich zuweilen, ok, ich mach das und ich kann es auch öfter machen, aber ist es effektiv, über das Beispiel hinaus?
Mich hat sehr gefreut, wie aktiv und freudig ein Kind aus der Nachbarschaft, vom Vater unterstützt, gecleant hat.”
Gabriele

Das Clean up - Müll sammeln im Kiez - kann auch noch mehr Menschen erreichen, meint Stephan.
Er ist etwas enttäuscht, dass so wenige Anwohner:innen dazukommen und sich aktiv einbringen. Lob und Freude wird schon mal gerne über das Engagement ausgedrückt. Dennoch bleibt es meist dabei. Wie das Klatschen für die Pflegekräfte zur Coronazeit. Ein schaler Nachgeschmack bleibt zurück.
“Das Zusammenkommen mit Menschen, die man mag und mittlerweile schon etwas besser kennt, ist schön. Gemeinsam Müll sammeln, macht dann sogar fast Spaß! Ich habe zusammen mit Roland an der Fontane-Promenade Müll gesammelt.
Die Auge-Hand-Koordination, wie Sehen und Handeln zusammenspielen, mag ich dabei besonders.
Ich habe mittlerweile sogar mein eigenes Sammel-Zubehör mit schicker Greifzange und fröhlichem ‘Gucci-Eimer’. Was man alles sieht und auch teilweise übersieht. Der Blick schärft sich. Ich gehe es spielerisch an, ohne Leistungsdruck. Einfach (gemeinsam) tun. Zack! Erfolg. Das mag ich sehr. Auch wenn es eine Sisyphos-Arbeit ist. ”
Gunilla

DANKE!
Unser besonderer Dank geht an …
Veit: der sich um die Musik gekümmert und sich mit der Band in Verbindung gesetzt hat. Der den Hin- und Rücktransport der Festzeltgarnituren vom Graefekiez organisiert hat.
Harald + Christian: die die Getränke bei Lehmann besorgt und das Büfett mit den leckeren Empanadas vom Café MadaMe abgeholt haben.
Sigrid + Kim: die die zum Müllsammeln bestellten Materialien der Kehrbürger-Aktion mit dem Auto aus Neukölln abgeholt und zurückgebracht haben.
Fahrradtour für obdachlose Menschen: Die Freund:innen aus der Suppenküche - die Geschirr mitgebracht und Kaffee für uns alle gekocht haben.
Und natürlich Allen, die so tatkräftig beim Auf- und Abbauen der Festzelte geholfen haben.
Christian. Gabriele. Sigrid. Gunilla.
Weiterführende Links
BSR - Kieztage -
Fahrradtour für obdachlose Menschen
Bilder: Gabriele. Christian. Gunilla.





War leider an diesem Tag nicht in Berlin, hätte sonst tatkräfig mitgemacht.
Montag am Tag des "offenen Ohres" findet, in kleinerem Umfang, ja auch schon eine überwiegend"Zigarettenkippenbeseitigungsaktion" statt. Wiederholt haben sich Anwohner, Passanten sich mir gegenüber positiv, lobend geäußert. Diese Akzeptanz, Resonanz möchte ich nicht unerwähnt lassen. Unsere öffentliche Präsenz, unsere Aktivitäten können hoffentlich dazu beitragen, neue Mitstreiter/Mitstreiterinnen zu gewinnen.